Weekly Tales of Interest

Vermischtes - Gemeintes

Ernest Adams lehnt sich aus Gamasutras Entwicklerfenster und prophezeit das Ende des Copyrights wie wir es kennen.
Ebenfalls auf Gamasutra nimmt sich Quang Hong dem Hype der Woche an. Ingame Adverstising. Und der Frage wann das wie Sinn machen könnte.
Joe Keiser verteidigt Roger Ebert. Zumindest ein kleines bisschen.

Kein Kunst

Roger Ebert, die Gallionsfigur der amerikanischen Filmkritik macht ihm Rahmen seiner regelmässigen Fragestunde für Fans noch einmal deutlich, das und vor allem auch warum er meint, Videospiele seien Filmen und Literatur by default unterlegen. Es gäbe ja schliesslich keine Autorenschaft und im Grunde wüssten die Spieler sebst, dass sie nur ihre Zeit verschwenden anstatt sich kulturell zu bilden. No thumbs up dafür von joystiq. Und mir fällt nur Konrad Lange ein, 1913 und sein mittlerweile sehr amüsant zu lesendes Pamphlet: “Die 'Kunst' des Lichtspieltheaters”. Schade Ebert. Aber vielleicht waren Tarantino, Anime und dann noch die ganzen Koreaner einfach zu viel des Neuen in den letzten Jahren?

We 0wnz0r The Movies

Mehr als passend zur weiter unten erschienenen Abhandlung über die riots in Frankreich und The Warriors sorgt gerade ein Machinima mit dem Titel "The French Democracy" für gewaltiges Rauschen im Blogwald. Wird Coppolas Traum vom Film als basisdemokratische Ausdrucksform doch noch wahr? Politisiert sich da gerade eine Szene, die bisher eher versucht hat Counterstrikepartien wie Bruckheimerfilme zu inszenieren?

Weekly Tales of Interest #2 - Geier und ihre Rechte

Shacknews interviewt den Sims-Schöpfer Will Wright, der neben allerlei anderer Schlaumeierei auch anzumerken weiss, dass die Gameindustrie momentan auf dem Stand von Hollywood in den 20er Jahren sei.

Der notorische Unruhgeist Eric Zimmermann stellt seine ganz persönliche “Game developers bill of rights” zusammen. Ein weiteres kleines Manifest auf dem Weg zu unter Umständen zukünftig besseren Arbeitsbedingungen. Bezugspunkt dürfte dabei die im August auf tealeaves veröffentlichte “Gamers bill of rights” sein, die sich für Rechte am anderen Ende des Marktes stark macht. Da bedingt sich bei genauerem Hinsehen wohl so einiges.

Für Wirbel sorgte der Blogeintrag des “God of War” Masterminds David Jaffe der Gamejournalisten mit Geiern verglich. Im Grunde ein uraltes Argumentationsmuster, das länger zurückreicht als die Walsers und Ranickis dieser Welt denken, lesen und sich öffentlich beharken können. Der Künstler ist eingeschnappt, der Kritiker erst recht. Machs halt besser Arsch. Prompt erscheint auf Gamespot im Rahmen der Freeplay Kolumne eine gepfefferte Antwort von Bob Colayco. Der jedoch interessanterweise genau den mangelnden Personalitywahn im Spieljournalismus begrüsst, und empfiehlt sich doch besser auf das Produkt zu konzentrieren, anstatt Entwickler zu fragen was sie am liebsten zu Mittag essen. Alte Problemstellung eigentlich. Vom Werk auf den Autor schliessen oder andersrum?

Zum Ende noch eine kleine nette Liste des Guardian Gameblog um Weihnachtsfehlkäufe zu vermeiden und im Zuge dessen auch noch der Spieleindustrie einen Gefallen zu tun.

Weekly Tales of Interest #1 - Von Metahunden und Killerkonsolen

Pünktlich zur bevorstehenden Markteinführung beschäftigt sich 1up.com mit "23 eerie parallels" zwischen XBOX 360 und Segas 90er Jahre Kummerkonsole Dreamcast. Ob diesmal alles besser wird? Abwarten. Was jedoch bisher zu sehen war, legt zumindest die Vermutung nahe, dass ein Quantensprung wie bei der letzten Hardwaregeneration eher ausbleibt.

Im Vorzeigeblatt The Escapist dreht sich diese Woche alles um das Phänomen Griefing in Onlinespielen. Gemeine Sache und ein spannender Text von Jim Rossignol über die allgegenwärtigen, spielergenerierten Gemeinheiten in Eve Online, der fast schon Lust macht meine ganz persönliche Antipathie gegen massive Multiplayerspiele zu überdenken.

In der aktuellen Ausgabe der Gamestudies, knöpft sich Chaim Gingold den GBA Klassiker Wario Ware vor und stellt die These auf: "Wario Ware is a game about games". Hurra endlich postmodern möchte man da ausrufen. Trotz der guten Analyse bleibt vielleicht zu bedenken das unser aller Hobby seit jeher dazu neigt selbstreferenzieller zu sein als der ganze Rest.

Zum Schluss wärmt hierzulande der gerade abgeschlossene Koalitionsvertrag der beiden großen Volksparteien ein altbekanntes Süppchen wieder auf. Neben einer allgemeinen Neuregelung des Jugendschutzes, ist dort auch die Forderung nach einem Verbot sog. „Killerspiele“ verankert worden. Heise online informiert und verlinkt, der Begriff bleibt schwammig wie eh und jeh und Hunde die bellen... übertönen weiterhin standhaft alle Versuche sich abseits von Populismus und Demagogie Gedanken darüber zu machen wer was spielen sollen darf und wer nicht. Und warum eigentlich?

Syndicate content